06 Apr

Solidarität ist zerbrechlich – Gedanken zum „Netzwerk“-Fall vom ABC Dresden

Vor etwa einem Monat, bevor ganz Europa von Nationalstaaten abgeriegelt wurde, ist die anarchistische Bewegung in verschiedenen Teilen der Welt durch die Nachrichten aus Russland um den „Netzwerk“ Fall erschüttert worden. Das liberale Nachrichtenportal „Meduza“ veröffentlichte Information, wonach einige der Angeklagten aus Penza auf ihrer Flucht in den Mord an zwei Menschen verwickelt waren. Diese Information brachte erneut das Thema auf die Tagesordnung, wie wir unsere Solidarität organisieren und wo die Grenzen unserer Solidarität liegen. Obwohl wir uns nicht in der Region befinden, haben wir eine Verbindung zu unseren Gefährt*innen in Russland. Wir haben viele Solidaritätsveranstaltungen für die Verfolgten im „Netzwerk“ Fall in Dresden organisiert. Zum Beispiel haben wir Ende Dezember bei einem Event Menschen ermutigt, an russische Anarchisten und Antifaschisten im Gefängnis zu schreiben.

Dieser Text soll kein Angriff auf die Solidaritätskampagne oder die anarchistische Bewegung in Russland sein. Wir schreiben ihn, um uns an der Diskussion zu beteiligen – nur so können wir aus Fehlern lernen und vermeiden, dieser zu wiederholen.

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24 Mrz

Was bedeuten soziale Freiheit und Solidarität in Zeiten des pandemischen Ausnahmezustandes?

Im folgenden Essay thematisiere ich die Tendenz zum totalitären Gesellschaftsumbau, welche mit dem aktuellen Ausnahmezustand einhergeht. Das Virus ermöglicht das Durchgreifen nach Sachzwanglogiken und vermeintlichen Notwendigkeiten. Die moralisch enorm aufgeladene (De)Mobilisierung der Bevölkerung ist eine Kriegsrhetorik, deren Anwendung prinzipiell zu denken geben sollte. Vieles ist derzeit unsicher und unklar. Aus Sicht eines libertären Sozialismus muss es darum gehen, partizipatorische und horizontale Selbstorganisationsprozesse gehen den Staat zu initiieren und zu stärken. Dies verlangt eine Reflexion darüber, was wir unter Solidarität und sozialer Freiheit verstehen.

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13 Mrz

Eindrücke aus der JVA Chemnitz zur Anti-Knast Demo vom 07.03.

Sunny W., Gewerkschafterin der GGBO (Gefangenen Gewerkschaft Bundesweite Organisation), die seit 2017 wegen Betrugs in der JVA Chemnitz sitzt, schildert ihre Eindrücke und die, ihrer Miitgefangenen zur jährlich stattfindenden Anti-Knast Demonstration anlässlich des feministischen Kampftages,

„(..) Ich hatte Gänsehaut und Tränen in den Augen, wie all die Jahre zuvor. Und vielen von uns hier ging es so. Ein herzliches Dank von hinter den Mauern an die Menschen vor den Mauern, die uns nicht aufgegeben haben.“ 

Weitere Kämpfe aus der JVA Chemnitz, wie auch dem von Sunny für mehr Rechte hinter Gittern und Haftunterbrechung zwecks Therapie findet ihr hier:freiheitskomitee4sunnyw.blackblogs.org

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04 Mrz

Abgesagt!!! Blickwinkel

Update: Wir haben uns entschieden wegen Corona die ganzen Veranstaltungsreihe abzusagen bzw. auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Passt gut aufeinander auf und bleibt solidarisch.


Themenreihe zu Abschiebung und Abschiebungshaft

Abschiebehaft wird in Deutschland seit 1919 vollzogen. In Dresden-Friedrichstadt gibt es seit 2018 eine Abschiebehaftanstalt. Die Haft soll verhindern, dass sich geflüchtete Menschen der Abschiebung entziehen können. Es braucht keine Straftat, kein Vergehen. Es reicht zum Beispiel schon aus, dass eine Person einen Termin beim Amt verpasst hat, um sie zum Zweck der Abschiebung zu inhaftieren. In der Praxis wird eine massive Verletzung der Grundrechte deutlich. Wie ein Rechtsanwalt dokumentierte, waren etwa 50 Prozent seiner Fälle unrechtmäßig inhaftiert. Doch die Mehrzahl der Entscheidungen erging im Nachhinein, sodass Betroffene bereits abgeschoben wurden. Die Gefangenen in Abschiebungshaft haben keine Lobby, um solche Missstände zu verhindern.  

Es gibt viele Gründe den Sinn von Gefängnissen in unserer Gesellschaft infrage zu stellen. Eindeutig ist, dass die Abschiebehaft ein grausamer Umgang mit Menschen ist, die in Europa Zuflucht vor Krieg, Armut, Verfolgung und vielen anderen legitimen Gründen suchen.

In März & April wollen wir dieses Thema von verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Wie funktioniert Abschiebehaft? Welche Kritikpunkte gibt es? Wer ist involviert? Wie kann ich Betroffene unterstützen? Brauchen wir in unserer Gesellschaft überhaupt Gefängnisse? Kommt zu unseren Veranstaltungen vom 20. März bis zum 23. April!

Programm

20. März
Solidarität muss praktisch werden
Die Abschiebehaftkontaktgruppe
stellt ihr Arbeit vor.

AZ Conni: Rudlf-Leonhard-Str. 39
19 Uhr | Vortrag auf Deutsch


25. März
Asylum and Deportation

Perspektiven auf Abschiebehaft von der Gruppe ‚Women in Exile‘ aus Berlin

Betriebsküche: Berliner Str. 63a
18 Uhr | Vortrag auf Englisch


2. April
Filmvorführung: Deportation Class

Dokumentarfilm über Abschiebungen mit Stimmen von Betroffenen

Kino in der Fabrik: Tharanterstr. 33
Zeit wird noch veröffentlicht
Deutsch mit englischen Untertiteln


8. April
Perspektiven auf Abschiebehaft

Ein Betroffener, eine Anwältin, eine Aktivistin und ein Seelsorger teilen ihre Perspektive auf Abschuebehaft.

Weltclub: Königsbrückerstraße 13
18 Uhr | Vorträge auf Deutsch


17. April
3-Gänge-Solimenü

Die Einnahmen gehen an aktuelle Fälle von Repression im Zusammenhang mit Flucht und Migration

AZ Conni: Rudolf-Leonhard-Str. 39
18:30 Uhr


23. April
Demonstration: Gemeinsam gegen die Abschiebehaft in Dresden

Als Abschluss der Veranstaltungsreihe wollen wir den Betroffenen unsere Unterstützung zeigen

Bahnhof Mitte
17 Uhr

17 Feb

22.02. – 29.02. Internationaler Aufruf zu Solidaritätsaktionen mit Antifaschisten in Russland


Vom 22. bis 29. Februar ist die internationale Woche der Solidarität mit den in Russland verfolgten Antifaschisten und Anarchisten. In diesen Tagen fordern wir dringend auf, die Angeklagten im Fall Netzwerk zu unterstützen, gegen das Gefängnissystem zu protestieren und Informationen über Folter zu verbreiten, die in Russland als Instrument der Unterdrückung eingesetzt werden.

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15 Dez

20.12. – Solidaritea – Neujahrsbriefe an Gefangene schreiben!

17 Uhr Briefe schreiben
19 Uhr Küfa
Malobeo, Kamenzer Straße 38

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und für viele Leute bedeutet das, eine Auszeit über Weihnachten und Silvester zu nehmen, um diese Zeit gemeinsam mit Freund*innen und Familie zu verbringen. Für Personen, welche gerade im Knast sitzen, ist dies jedoch nicht möglich und gerade zu dieser Zeit bekommen sie die Einsamkeit und Isolation von der Gesellschaft zu spüren.

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18 Nov

29.11. Solidaritea – Protest und Repression in Hong Kong

Solidaritea – jeden letzten Freitag im Monat im Malobeo, Kamenzer Str. 38 ab 17 Uhr

Seit April 2019 regt sich in Hong Kong massiver Widerstand gegen die Regierung und ein umstrittenes Auslieferungsgesetz.

Schon über ein halbes Jahr lang schafft es die Protestbewegung, Millionen Menschen auf die Straße zu bringen und auch die Volksrepublik China unter Druck zu setzen. Doch was genau sind die Hintergründe der Demonstrierenden? Welche Forderungen haben sie? Welchen Repressionen ist die Protestbewegung ausgesetzt? Welchen Strategien und Taktiken bedient sie sich und was können wir von dieser Bewegung lernen?

Wir wollen mit einem kurzen Dokumentarfilm gemeinsam mehr über die Bewegung erfahren und anschließend ins Gespräch darüber kommen, warum der Protest in Deutschland und Europa so wenig Solidarität erfährt.

Ab 17 Uhr gibt es wie immer Tee und Kuchen und die Möglichkeit Briefe an Gefangene zu schreiben

Ab 19 Uhr gibts dann Essen und ein Input zum Thema Protest und Repression in Hong Kong

Wir freuen uns auf euch!

06 Jul

Alte und neue Wege durch den Knast: Solidarität gegen Repression

Wann: Samstag, 13. Juli 2019, 17 Uhr
Wo: Hole of Fame, Königsbrücker Str. 39
Was: Veranstaltung mit Gästen, die aus eigenen Erfahrungen berichten

Die Veranstaltung hat das Ziel, das Thema Knast, Repression und Solidarität wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Viele politisch Aktive wurden in den letzten Jahren zu Haftstrafen von ein, zwei oder drei Jahren verurteilt und oft wurde das nur am Rande wahrgenommen.

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