18 Nov

Aufruf zu einer Woche der Solidarität mit Anarchist:innen und Antifaschist:innen in Belarus vom 23. bis 30. November

Anarchist:innen haben immer gegen Tyrannei und Diktatur gekämpft. Unabhängig von der Farbe der Flagge, die vom Autoritarismus über dieser oder jener Ecke des Planeten gehisst wird. Es ist daher nicht überraschend, dass Anarchist:innen aktiv am Aufstand gegen den Diktator Lukaschenko in Belarus beteiligt sind. Von den ersten Tagen an haben wir mit unserer Entschlossenheit und kompromisslosen Haltung gezeigt, dass der Anarchismus eine revolutionäre Bewegung ist, die in der Lage ist, die Welt zu verändern!

Während des Aufstandes landeten viele unserer Gefährt:innen im Gefängnis. Jetzt verbüßen mindestens 10 Anarchist:innen und Antifaschist:innen administrative Verhaftungen. Darüber hinaus warten 10 Anarchist:innen und 4 Antifaschist:innen auf Strafgerichte, die Strafe für einige von ihnen beträgt bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Wir rufen euch auf, an der Soli-Woche teilzunehmen und durch Taten eure Unterstützung für revolutionäre Anarchist:innen und Antifaschist:innen zu zeigen, die gegen das Lukaschenkoregime kämpfen! Jede Aktion zählt!

Sendet eure Berichte über Aktionen und Aktivitäten an die E-Mail von ABC-Belarus belarus_abc[at]riseup.net.

Finanzielle Unterstützung kann über ABC-Belarus (https://abc-belarus.org/?p=13136) oder die Crowdfunding-Kampagne (https://www.firefund.net/belarus) gesendet werden.

Einzelheiten zu politischen Angelegenheiten

Seit Beginn des Protestes wurden etwa 40 unserer Gefährt:innen festgenommen und in Verwaltungsverfahren verurteilt. Einige von ihnen wurden später Angeklagte in Strafverfahren. Ohne ihre Verhaftung abzuwarten, beschlossen sie, Belarus zu verlassen. Viele Aktivist:innen sind jetzt gezwungen, sich vor der Verfolgung in Belarus und im Ausland zu verstecken.

Der Fall der Antifaschisten „MTZ-RIPO“.

Die Antifaschisten Vitaliy Shishlov, Tamaz Pipiya, Timur Pipiya und Denis Boltut wurden nach Protesten gegen Lukaschenkos geheime Amtseinführung im Oktober dieses Jahres verhaftet. Etwa 5.000 Menschen nahmen an Protesten in ganz Minsk teil. In einigen Teilen der Stadt kam es zu kleineren Zusammenstößen mit den Cops. Der Untersuchung zufolge nahmen Antifaschist:innen daran teil. Darüber hinaus wurden zwei von ihnen auch wegen der Organisation von Massenkrawallen angeklagt.

Alle Antifaschisten warten nun in der Untersuchungshaft auf ihren Prozess.

Der Fall der belarussischen Anarcho-Partisanen

Am 22. Oktober wurde in Soligorsk das Verwaltungsgebäude des Staatlichen Ausschusses für forensische Untersuchungen angegriffen, und auf dem Parkplatz der Staatsanwaltschaft des Bezirks Soligorsk wurden Autos in Brand gesteckt. In der Nacht zum 28. Oktober wurde das Gebäude der Verkehrspolizei des Mozyrsker Kreises in Brand gesteckt. Bald darauf wurden die Anarchisten Ihar Alinewitsch, Dmitri Dubowskij, Dmitri Rezanowitsch und Sergej Romanow auf dem Territorium von Belarus nahe der ukrainischen Grenze festgenommen.

Den Aktivisten werden terroristische Aktivitäten und illegaler Handel mit Waffen und Sprengstoffen vorgeworfen. Zur Zeit befinden sich alle im KGB-Gefängnis in Minsk.

Der Fall Mikalai Dziadok

Der Anarchist und Blogger Mikalai Dziadok wurde am späten Abend des 11. November in einem Unterschlupf in der Nähe von Minsk festgenommen. Nach seiner Festnahme wurde Dziadok mehrere Stunden lang geschlagen und gezwungen, Passwörter für die verschlüsselten Geräte herauszugeben.

Dziadok wird vorgeworfen wiederholt zu illegalen Aktionen auf seinen Internetseiten aufgerufen zu haben, darunter die Teilnahme an Protesten und Widerstand gegen die Polizei. Dziadok selbst war schon vor dem Aufstand wegen der drohenden politischen Verfolgung gezwungen, in den Untergrund zu gehen.

Der Fall Igor Banzer

Der Anarchist, Antifaschist und Musiker Igor Banzer wurde am 20. Oktober in Grodno festgenommen. Er wurde nach Teil 1 des Artikels 339 (Hooliganismus) wegen einer „Performance“ vor einem Polizeiauto angeklagt. Zuvor war er wiederholt bei Protestaktionen festgenommen worden.

Akihiro Khanada-Gaevsky, Alexander Franzkevich, Maria Rabkova, Andrei Chepiuk und Ivan Krasovsky wurden ebenfalls festgenommen, weil sie Massenaufstände organisiert, an ihnen teilgenommen und sie finanziert hätten. Mehr Informationen gibt es auf der ABC Belarus Website.

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