28 Nov

Wahrnehmung von und Propaganda ferner Kämpfe am Beispiel des Ukraine-Konflikts

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08. Dezember 2016 | 17 Uhr | malobeo, alternatives cafe & anarchistische bibliothek Kamenzer Straße 38

Filme und Diskussion

Wenn Menschen ohne persönliche Verbindungen in die Gegend von Kämpfen weiter weg erfahren, müssen sie sich normalerweise auf die Medien und die Wahrnungen politischer Gruppen von Außerhalb verlassen. In der Rezeption der uns zur Verfügung stehenden Quellen versuchen wir oft, uns eine „objektive“ Perspektive einzunehmen und vergessen, dass wir die Dinge durch den Filter unseres politischen Schemas sehen. Wir hören auf etablierte „Experten_innen“ und sehen die Vorurteile nicht, die aus unseren kolonialistischen/imperialistischen Blickwinkeln ergeben.

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20 Oct

Prozess wegen Blaulichtwurf endet mit Geldstrafe

Am Montag dem 17.10. fand zu einem historischen Datum der Prozess wegen angeblichen Blaulichtwurfs beim ersten Pegida-Geburtstag sein Ende.

Zu Anfang wurde ein scheinbar aus mehreren Handkameras zusammengeschnittenes Video der Polizei gezeigt. Es zeigte nicht den Tathergang, außerdem wurde trotz des häufigen Heranzoomens auf nur selten vermummte Gesichter der friedlichen Gegendemo-Teilnehmenden der Beschuldigte nur bei seiner Festnahme identifiziert.

Nichtsdestotrotz zeigte das Gericht wenig Zweifel an der Version der im vorherigen Prozesstag verhörten Zivilbeamt*innen, sodass der Verteidiger des Beschuldigten des drohenden Strafmaßes beantragte, die Verhandlung auf die Höhe der Tagessätze des zuvor verhängten Strafbefehls zu beschränken. Der Strafbefehl war mit 90 Tagessätzen direkt unter der Grenze für eine Aufnahme ins polizeiliche Führungszeugnis geblieben, während bei einer wahrscheinlich Verurteilung ohnehin eine Mindeststrafe von 60 Tagessätzen verhängt wurden wäre.

Aufgrund der finanziellen Situation des Beschuldigten folgte die Richterin dem Antrag des Verteidigers, die Tagessatzhöhe auf das Minimum von 10 EUR / Tag zu reduzieren.

Nach der Urteilsverkündung rückte die politische Dimension des Verfahrens noch einmal in den Vordergrund: nachdem der Verteidiger die Strafverfolgungsbehörden als „auf dem rechten Auge blind“ bezeichnet hatte und der Angeklagte in seinem Schlusswort nur auf die sächsischen Verhältnisse hinwies, verwehrte sich die Richterin gegen diese Beschuldigungen: auch wenn die erste und bislang einzige Verurteilung wegen des Geschehens am 19.10.2015 gegen einen Teilnehmer der Gegendemonstration ergangen ist, so sei zumindest sie persönlich nicht auf dem rechten Auge blind. Sie verurteile auch rechte Straftaten und verwies auf anhängige Verfahren ihrer Kollegen wegen der Ereignisse in Freital und Heidenau.

Leider ist diese vehemente Zurückweisung angesichts sächsischer Urteile nur zu sehr auf die Person der Richterin zu beziehen, zumal die Polizei-Zeug*innenaussagen des vorangegangenen Prozesstages kaum kritisch beleuchtet wurden:

Es wurde nicht angezweifelt, dass die Zivilbeamtin beim Blaulichtwurf das Loch im Handschuh des Angeklagten erkannt haben will. Immerhin bemerkte die Richterin, dass die verschiedenen Aussagen der Zivilfahnder*innen zum Rausriß der Leuchte darauf hindeuteten, dass diese sich nicht vorher abgesprochen hätten. Damit ging ein brenzliges Verfahren für sächsiche Verhältnisse vergleichsweise glimpflich zuende.

27 Sep

Prozess gegen Antifaschisten ein Jahr nach Pegida-Geburtstag

mobiles blaulicht

Heute fand am Amtsgericht Dresden der zweite Verhandlungstag im Verfahren “Blaulichtwurf im Rahmen des Pegida Geburtstages”, am 19. Oktober 2015 statt.

Spannend am heutigen Verhandlungstag war die Beweisaufnahme, in deren Rahmen zwei Zivilbeamt*innen vorgeladen waren. Die Schilderung der Beamten gibt einen guten Einblick in ihre Arbeit und uns die Möglichkeit, dazu zu lernen.

So befanden sich an dem besagten Pegida-Geburtstag mehrere Zivilbeamtinnen von der Polizei in Hannover in Dresden mit der Aufgabe, Straftaten zu erfassen, bzw. Tatbeobachterin zu sein. Dafür waren diese in schwarz gekleidet, um sich unter die Gegenprotestierenden zu mischen.

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18 Sep

Material zum Alternative zu Knästen – Workshop

15 Aug

Anarchismus nach Fidel und Pinochet

Graffiti mit einem Vogel

25. August 2016 | 19 Uhr | AZ Conni, Rudolf-Leonhard Str. 39

Vortrag und Diskussion:

Mario ist kubanischer Historiker und Anarchist, Mitglied des anarchistischen Kollektivs Taller Libertario Alfredo López (TLAL), des Netzwerkes Observatorio Crítico und Mitbegründer der Anarchistischen Föderation in Mittelamerika und der Karibik (FACC). Cristian ist chilenischer Anthropologe und Mitglied der Gruppe “Acracia”, die Teil der Lokalen Anarchistischen Förderation von Valdivia (FALV) ist.

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21 Jul

1560 Euro Strafe für angeblichen Millionenschaden!

Gleisblockade mit Lockon

Clumsy beteiligte sich am Pfingstwochenende im Rahmen der Ende Gelände Proteste an einer Gleisblockade, wurde bei der Räumung von LAUtonomia wegen Hausfriedensbruch festgenommen und musste seitdem fast acht Wochen in Untersuchungshaft verbringen. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft Störung öffentlicher Betriebe nach § 316b sowie schwerer Hausfriedensbruch vorgeworfen.

Am Mittwoch, den 20.07.2016, wurde der Prozess am Amtsgericht Görlitz fortgesetzt.

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15 Jul

Clumsy ist frei, aber das Verfahren noch nicht vorbei.

Verschiedene Banner vor dem Amtsgericht Goerlitz

Erster Tag des Verfahrens gegen Clumsy in Görlitz.

Letzten Dienstag fand der erste Verhandlungstag gegen den Anarchisten* Clumsy statt. Er wurde während der LAutonomia-Räumung festgenommen und ihm wird vorgeworfen, sich mit drei weiteren Menschen an die Schienen des Kraftwerks Schwarze Pumpe gekettet zu haben, um die Kohlezufuhr zu unterbinden. Für „die Störung öffentlicher Betriebe“ kann es eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geben. Zusätzlich erwartet ihn eine Strafe für Hausfriedensbruch wegen der LAutonomia-Besetzung.

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02 Jul

12.07.2016 11:00 Görlitz: Prozess und Kundgebung

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Am 12. Juli wird vor dem Amtsgericht Görlitz gegen den Anarchist* Clumsy verhandelt. Ab 11 Uhr findet eine Kundgebung vor dem Gericht statt. Nähere Infos unten.

Seit sechs Wochen wird Clumsy in U-Haft in der JVA Görlitz festgehalten.

Warum das gleich auf mehreren Ebenen sehr absurd ist, werden die nächsten Absätze erklären.

Zuallererst zum „Tatbestand“:

Clumsy kam das erste Mal in polizeilichen Gewahrsam, nachdem ihm vorgeworfen wurde, sich gemeinsam mit anderen Aktivist*innen an die Schienen der Kohlebahn, die das Kraftwerk Schwarze Pumpe versorgt, angekettet zu haben. Weiterlesen

24 Jun

„Auf dem Weg nach Magadan“ von Ihar Alinevich jetzt auch auf Deutsch verfügbar.

cover

Nach mehr als 5 Jahren gemeinsamer Arbeit an der Übersetzung ist das Buch „Auf dem Weg nach Magadan“ von Ihar Alinevich jetzt auch auf Deutsch verfügbar! In diesem Buch beschreibt der ehemalige anarchistische Gefangene Ihar Alinevich die vom ihm erlittenen Torturen während seiner Gefangennahme im KGB-Gefängnis im Zeitraum von 2010 bis 2011. Als Inhaftierter in einem Spezialgefängnis für politische Gefangene des Staates wurde er einem ganz persönlichen Programm physischer und psychischer Folter unterworfen.

Während seines Gefängnisaufenthaltes trifft er verschiedene Personen: von Politikern, die nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus 2010 verhaftet worden waren, bis hin zu Leuten aus dem inneren Kreis der belarussischen Diktatur, die in Ungnade fielen und vom Lukashenko-Regime ebenfalls verfolgt wurden.

Das Buch beschreibt die Realität politischer Arbeit und ihre Risiken im Fall von Aktivist*innen aus Belarus und es beleuchtet die Probleme von Knast und Kapitalismus sowie die möglichen Alternativen dazu.

Du kannst das Buch bei Black-Mosquito oder im Buchladen Koenig-Kurt in Dresden kaufen.
09 Jun

Prisoner Soli Dinner

dinner
  1. Juni 2016 19 Uhr DIY Eckladen, Rudolfstrasse 01097

In der Lausitz wurde im März ein Stück Wald besetzt um gegen den Braunkohleabbau in der Region zu protestieren. Das Projekt LAUtonomia wurde mittlerweile geräumt. Im Rahmen der Räumung und im Kontext der Massenproteste von Ende Gelände im Mai wurden Aktivist*innen festgenommen. Drei befinden sich immernoch in Haft. Ein Mensch muss wegen dem Verstoß von Bewährungsauflagen nun zwei Jahre im Knast absitzen. Weiterlesen